ABC
Aufbau des Haares
Von der natürlichen Evolution her ist das Haar ist dazu da, um den Körper vor Kälte und Wärme zu schützen, ebenso vor Stoß. Deshalb waren unsere Urahnen am ganzen Körper behaart. Im Laufe der Jahrtausende wurden die Menschen zivilisierter, trugen Kleidung welche die Aufgaben der Körperbehaarung übernahmen. Entwicklungsgemäß passten sich die Erbanlagen über Generationen hinweg den veränderten Bedienungen an, so das wir heute am Körper nur noch Flaumhaar besitzen; das Haar am Kopf allerdings dient heute noch als Schutz vor Stoß und Sonneneinwirkung.
Das Haar ist hygroskopisch, was heißt, dass es die doppelte Menge Wasser aufsaugen kann, wie sein eigenes Gewicht.
Gesunde Haare können im trockenen Zustand bis zu einem Drittel ihrer eigentlichen Länge gedehnt werden; im nassen Zustand sogar um die Hälfte der ursprünglichen Länge.
Ein einzelnes Haar kann ein Gewicht von 90 g tragen, es lässt sich formen und farblich verändern.
Das Haar besteht aus Keratin, einem verhornten Eiweißstoff. Ebenso besteht es aus 3 Schichten.

1. Schuppenschicht (Cuticula) mehreren Lagen flacher Zellen. Bei gesundem unbehandeltem Haar, liegen diese Schüppchen flach an und das Haar zeigt einen natürlichen Glanz. Kann man sich vorstellen, wie bei einem Tannenzapfen.
2. Faserschicht (Cortex) besteht aus vielen kleinen Keratinfasern. In dieser Schicht „spielen“ sich die chemischen Vorgänge ab. Ebenso sind die Farbpigmente, die die Haarfarbe ausmachen, in der Schicht angelagert. Durch chemische Einflüsse, auch durch Witterungsverhältnisse, wird das Keratin beeinträchtigt und dadurch die Struktur geschädigt.
3. Markkanal (Medulla) ist mit einer schwammigen Masse, dem Mark, gefüllt. Zur Spitze hin fehlt es entweder stellenweise, oder auch ganz. Für das Aussehen der Struktur und die Eigenschaften des Haares, ist es ohne Bedeutung.
Bonding
Als bonding (z.B. Keratinbonding) bezeichnet man das Modul, welches die angebrachte Strähne mit dem Eigenhaar befestigt. Es sind viele bondings auf dem Markt erhältlich, die verschiedene Eigenschaften aufweisen.
DE
double drawn/ single drawn
double drawn- Haare oder Haarbund ( können auch Keratinsträhnen sein) bei denen die Unterlängen, sprich die jungen Haare fast komplett entfernt wurden. Oft sind sogenannte Mischhaare double drawn. ( siehe Mischhaare)
single drawn- Haare oder Haarbund bei welchem die jungen Haare nicht entfernt wurden.
FG
HIJ
KL
Keratin ( Keratinbonding)
Keratin (von griech. kéras, Genitiv kératos = Horn, oder verhornter Eiweißstoff) ist ein Sammelbegriff für verschiedene wasserunlösliche Faserproteine.
Beim Keratinbonding handelt es sich um ein synthetisch, speziell für Haarverlängerungen hergestelltes Polymer welches für Wasser undurchdringlich ist und je nach Hersteller unterschiedlich ist in der Härte.
MN
Mischhaare ( auch Sammelhaare genannt)
Als Mischhaare werden Haare bezeichnet welche als Bund verkauft werden, indem sich Haare von meherern Menschen befinden. Sie wurden über Hechel ( siehe Hechel) gezogen und so nach Längen aussortiert und neu gebunden.
Anders als bei Schnitthaar, der als kompletter Haarzopf geschnitten und gebunden ist, verliert Mischhaar sein eigenes natürliches naturell. Schnitthaar hingegen fügt sich wie kein anderes in das Kundenhaar, sofern dies auch sorgfältig und passend ausgesucht wird.
OPQ
RS
Remy/ Non Remy Haare
Remy-Haar (auch 'Remi-Haar') ist im Zusammenhang mit Perücken und Extensions ein viel strapazierter Begriff, der gemeinhin als Qualitätsprädikat dient. Leider ist der Begriff jedoch nicht geschützt und sagt nicht wirklich etwas über die Qualität und den Behandlungszustand des Haares aus. Verbindlich ist nur die Aussage, dass alle Haare eines Bündels in der gleichen Richtung liegen (also alle Enden zusammen, alle Spitzen zusammen). Dadurch verfilzt es nicht so leicht.
Qualitativ ist Schnitthaar oder Rohhaar das Nonplusultra bei Remy-Haar. Es wird zum Zopf gebunden abgeschnitten, somit ist garantiert, dass alle Haare in der gleichen Wuchsrichtung liegen.
Non-Remy-Haar wird im Gegensatz dazu zum Beispiel aus Haarbürsten gesammelt, dabei aber nicht korrekt in eine Richtung gelegt. Dieses Wirrhaar wird chemisch stark nachbehandelt und kann dann auch zu Extensions weiterverarbeitet werden. Es wird jedoch schnell stumpf und verfilzt leicht, ist daher um einiges kostengünstiger als Remy-Haar. Extremehair arbeitet ausschliesslich mit Schnitt- oder Rohhaar. Das heisst, die Haare sind in Zöpfen geschnitten und somit liegen solche Haare immer Wurzel- Spitzen gerecht.
Rohhaare
Unbehandeltes Haar welches natürlich in Farbe und Beschaffenheit ist und weder vor, noch nach dem Schneiden, chemisch behandelt wurde.
Schnitthaar
Abgeschnittener Haarzopf, der nach dem Schneiden nicht chemisch behandelt wurde.
Bei Schnitthaar ist beispielsweise ein Färben des Haares vor dem Schneiden nicht ausgeschossen.
Schuppenschicht ( cuticula)
Die Schuppenschicht (Cuticula) ist die äußere Schicht des Haares und besteht aus 8 bis 10 übereinander liegenden Schichten, die dachziegelartig strukturiert sind.
Die Cuticula dient als natürlicher Schutz und sorgt für Glanz und Spannkraft des Haares, indem sie die wichtige Feuchtigkeit einschließt und das Haar vor rauhen Umwelteinflüssen wie Wind, Sonne, Schmutz etc. schützt. Ohne Cuticula würde das Haar rasch austrocknen, glanzlos und spröde werden und brechen.
Bei Haarsträhnen von minderwertiger Qualität wird die Cuticula entfernt und mit einem "Siliconlayer" oder ähnlichen künstlichen Ummantelungen versehen.
Siliconlayer
Bei Haarsträhnen von minderer Qualität wird die Schuppenschicht (Cuticula) entfernt und mit einem "Siliconlayer" oder ähnlichen künstlichen Ummantelungen versehen. Dies ist bei beispielsweise bei asiatischen oder chinesischen Haaren nötig, da diese zu dick von Natur aus sind. Jedoch ist ein solch stark beahandeltes Haar sehr pflegeintensiv und oft nicht lange tragbar.
TU
VW
Wachstum
Haare wachsen in Zyklen, ein Haarfollikel durchläuft dabei mehrere Phasen, die als Haarzyklus bezeichnet werden. Kopfhaare wachsen pro Tag 0,3 bis 0,5 mm, in einem Jahr ca. 15 cm. Für die resultierende Haarlänge ist aber neben der Wachstumsleistung auch die Dauer des anhaltenden Wachstums entscheidend. Während viele Tiere saisonalbedingt ein oder zweimal im Jahr Haarausfall erleben, wächst das Haupthaar des Menschen über mehrere Jahre hindurch, bei Frauen länger als bei Männern, bis zum Ausfall des (langen) Haares. Die Größe des Wachstums hängt von idividuellen Faktoren sowie vom Zeitpunkt im Haarzyklus ab.
XYZ
Zahlen und Daten
Wachstumsrate und Haardicke sowie die Anzahl der Haare sind genetische Faktoren, die bei jeder Person unterschiedlich sein können. Dennoch schwankt die Anzahl der Haare je nach Haarfarbe innerhalb bestimmter Bereiche.
So haben Blonde durchschnittlich 150.000, Schwarzhaarige 110.000, Brünette 100.000 und Rothaarige 75.000 Haare.
- Anzahl der Kopfhaare: 0–150.000
- Haardichte: ca. 200 Haare/cm²
- täglicher Haarverlust: 60–100 Stück
- Wachstumsrate: ca. 0,33 mm/Tag, mithin etwa 1 cm/Monat
- Haardicke: 0,04 mm (Vellushaare) bis 0,12 mm (Terminalhaare)
- Zugfestigkeit: ca. 200 Nm
- Lebensdauer der Haarwurzel: ca. 6–8 Jahre
Zyklus
- Anagenphase: In dieser Wachstumsphase bildet sich eine neue Haarwurzel, und die Produktion eines Haares beginnt. Die Anagenphase dauert beim menschlichen Kopfhaar ca. zwei bis sechs Jahre, abhängig von Alter, Geschlecht und spezifischer Stelle. Etwa 85–90 % der Haare auf der Kopfhaut befinden sich in dieser Phase. Haare in der Anagenphase nennt man „Papillarhaare“.
- : In dieser etwa 2 bis 3 Wochen dauernden Übergangsphase stellt die Matrix ihre Zellproduktion ein und der Haarfollikel verengt sich im unteren Bereich. Das Haar löst sich von der Papille und verkümmert. Der Haarfollikel verkürzt sich. In dieser Phase befinden sich ca. 1 % aller Haare, die dann als „Beethaare“ bezeichnet werden.Katagenphase
- Telogenphase: Mit dieser Endphase, in der sich bis zu 18 % der Kopfbehaarung befindet, erneuert sich die Haarpapille und der Haarfollikel regeneriert sich. Die Matrix entsteht wieder und beginnt mit der Zellteilung, wodurch ein neues Haar entsteht. Dieser Abschnitt des Haarzyklus dauert 2 bis 4 Monate. Die Haare in der Telogenphase nennt man „Kolbenhaar“.
Unbehandeltes Haar welches natürlich in Farbe und Beschaffenheit ist und weder vor, noch nach dem Schneiden, chemisch behandelt wurde.
